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Coaching und Beratung Projektmanagement Training

Warum dein Zeitplan dich nicht mag…

und wie du ihn trotzdem für dich arbeiten lässt

Es ist Donnerstag, 15:47 Uhr, und dein Zeitplan für heute sieht aus, als hätte ihn ein übermotiviertes Eichhörnchen auf Speed erstellt: „Angebot für Projekt … fertig schreiben und abschicken“ – unangetastet. „Steuerunterlagen sortieren“ – erfolgreich ignoriert. „Endlich mal wieder zum Sport!!“ – haha. Stattdessen hast du drei Stunden damit verbracht, zwischen eMails, eingehenden Anrufen, und der Frage „Was hat dieser **** Drucker schon wieder?“ zu pendeln. Und jetzt fühlst du dich wieder mal schuldig.

Das Problem bist aber nicht du. Das Problem ist, dass die meisten Zeitmanagement-Tipps für Menschen gemacht sind, die entweder wenig Ahnung vom echten Leben haben, oder die heimlich einen persönlichen Assistenten beschäftigen. (Spoiler: Du hast keinen. Ich habe auch keinen.)

Ich zum Beispiel führe seit letztem Jahr eine eigene GmbH, arbeite nebenher am Theater Basel (weil es mir Freude macht, nicht weil es gut bezahlt wäre…), und versuche, meiner Leidenschaft für nachhaltiges Leben und Arbeiten gerecht zu werden. Das alles, während ich mich frage, warum meine To-Do-Liste aussieht wie ein Scherz.

Über die Zeit habe ich aber etwas gelernt: Der Schlüssel liegt nicht darin, mehr zu schaffen, sondern klüger zu scheitern. Man muss nicht alles schaffen. Daher kommen hier nun drei einfache, aber wirksame Tricks, die mir und hoffentlich auch dir das Leben ein wenig einfacher machen.
Vorhang auf:

Tipp 1: Die 2-Minuten-Regel richtig angewandt

Kennst du die 2-Minuten-Regel? „Wenn eine Aufgabe weniger als zwei Minuten dauert, erledige sie sofort.“ Klingt logisch und ist es theoretisch auch. Praktisch führt sie manchmal dazu, dass wir uns zwischen „Schnell die Spülmaschine ausräumen“ und „Eigentlich sollte ich jetzt diese Rechnung schreiben“ hin- und hergerissen fühlen, und am Ende gar nichts machen.

Twist: Die Regel gilt nur, wenn sie dir jetzt in diesem Moment nützt.

  • Ja – anwenden: Du hast gerade eine kreative Pause und siehst ein eMail, das du in 90 Sekunden beantworten kannst? Mach’s!
  • Nein – ignorieren: Du bist mitten in einer Aufgabe, und dein Kopf sagt „Keine gute Idee“? Dann verschiebe die Mini-Aufgabe auf später und zwar ohne Schuldgefühle.

Wir sind keine Maschinen. Manchmal ist der beste Weg, produktiv zu sein, nicht alles sofort abzuarbeiten, sondern sich selbst die Erlaubnis zu geben, Prioritäten zu setzen. Auch wenn das bedeutet, dass die Spülmaschine noch eine Stunde wartet.
Oder noch länger.

Tipp 2: Energie-Tagesplan statt To-Do-Liste

To-Do-Listen sind wie Neujahrsvorsätze: Gut gemeint, aber oft auch realitätsfremd. Stattdessen plane ich meine Tage nach meinem persönlichen Energielevel.
So geht’s:

  1. Morgens (Kreative Energie):
    Hier erledige ich Aufgaben, die Konzentration und Kreativität benötigen: Texte (wie diesen hier) schreiben, Konzepte entwickeln, strategisch planen. Mein Gehirn ist ausgeschlafen, also nutze ich das aus.
  2. Mittags (Energie-Tief):
    Jetzt kommen Routineaufgaben dran: eMails beantworten, Rechnungen schreiben, Telefonate führen. Dinge, die weniger Kreativität, aber trotzdem Aufmerksamkeit brauchen.
  3. Nachmittags oder Abends („Sinnergie“):
    Hier ist Platz für Sinnstiftendes – also Dinge, die mir Freude machen, aber nicht dringend sind: Vereinsarbeit, Recherchen, oder bei einer Vorstellung am Theater Basel mithelfen.

Das funktioniert, weil ich nicht gegen meinen natürlichen Rhythmus ankämpfe. Ich habe weniger Schuldgefühle, weil ich realistisch plane, und selbst an müden Tagen schaffe ich doch noch das Wichtigste – weil ich mich und meinen Energiehaushalt kenne.

Ein Beispiel aus meinem Alltag: Letzte Woche hatte ich einen Tag, an dem ich morgens drei Stunden lang im Dialog konzentriert an einem neuen Workshop-Konzept gearbeitet habe. Danach rauchte mir der Kopf und ich machte mir selbst noch einige Notizen dazu. Nachmittags habe ich noch drei eMails beantwortet und eine Rechnung geschrieben, und das war OK. Denn ich wusste: Für mehr war keine Energie mehr da.

Energie ist eine begrenzte Resource und Pausen sind wichtig. Es gibt Zeiten, in denen ich auch nur mit dem Hund auf dem Sofa liege, und dann wartet die Spülmaschine eben noch länger. Der Punkt ist, dass ich mir die Erlaubnis gebe, ein Mensch zu sein.

Mein Work-Life-Balance-Coach: Wenn selbst der Hund sagt „Jetzt ist Pause“, sollte ich vielleicht zuhören.

Tipp 3: Prioritäten sortieren mit Eisenhower

Und wenn du jetzt das Gefühl hast, aber alles ist wichtig, dann probier’s doch einmal mit der Eisenhower-Matrix. Sie teilt Aufgaben in vier Kategorien ein:

  1. Dringend und wichtig
    ➡️ Zähne zusammenbeissen und sofort erledigen, z. B. Dinge mit nahenden Deadlines wie z.B. die Steuern in Basel-Stadt 🤷🏻‍♀️
  2. Wichtig, aber nicht dringend
    ➡️ In der Planung liegt das grösste Potential, z. B. für grosse, strategische Projekte. Pufferzeiten nicht vergessen!
  3. Dringend, aber nicht wichtig
    ➡️ Schnell abarbeiten, z. B. bestimmte eMails, oder delegieren – falls du, wie eingangs erwähnt, einen persönlichen Assistenten beschäftigst.
  4. Weder noch
    ➡️ Streichen oder ignorieren, z.B. unnötige Meetings, und vielleicht erfordert auch nicht jedes eMail eine Antwort?

Twist: Nutze diese Matrix jede Woche für 10 Minuten, um deine Aufgaben zu sortieren. Das muss nicht perfekt sein.

Bei mir landet z.B. „Social Media checken“ in Kategorie 4, während „Workshop vorbereiten“ in Kategorie 2 wandert. Das spart Zeit und vor allem Nerven, weil ich immer relativ genau weiss, wo ich gerade stehe. Das beruhigt.

Pro-Tipp: Unsicher, wohin eine Aufgabe gehört? Frage dich bei jeder Aufgabe „Was passiert, wenn ich das nicht mache?“ Die Antwort verrät dir, wo sie hingehört.

Die Eisenhower-Matrix ist so einfach, dass man sie sich auch auf einen Bierdeckel zeichnen kann.

Fazit

Zeitmanagement sollte kein Wettkampf sein: Es geht nicht darum, alles zu schaffen, sondern darum, das Richtige zur richtigen Zeit zu schaffen. Und genau das macht diese drei Tricks wertvoll: Sie sind flexibel, realistisch, und nachsichtig. Probier’s gerne mal aus!

Und wenn du diese Woche nur einen Tipp ausprobierst, dann lass es diesen sein: Vergleiche dich nicht mit der perfekten Version von dir selbst. Plane nach Energie, nicht nach Schuldgefühl. Erledige kleine Aufgaben nur, wenn es dir passt. Feier die Tage, an denen das klappt und vergiss die anderen.

Welcher Tipp klingt für dich am umsetzbarsten? Probier’s diese Woche aus und berichte mir gerne, wie es lief. Ein Kommentar oder ein eMail reichen völlig.


Und falls du merkst, dass dein Zeitmanagement oder das deines Teams mehr Struktur braucht: Ich biete Workshops und Coachings an, um deine und eure Arbeitsorganisation und Zeitplanung praktisch und nachhaltig zu verbessern. Vor Ort oder remote. Einfach melden, wir finden eine Lösung, die zu dir passt!


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Denkanstoss Humanismus

Brennbar oder nicht brennbar?

Bedeutung ist nicht lagerfähig

Nach dem Tod eines Menschen bleibt unter anderem eine Aufgabe: Die Auflösung des Haushalts. Dann werden Schränke geöffnet, Schubladen geleert, und viele Ordner durchgesehen. Irgendwann, nach Stunden oder Tagen des Sichtens und Sortierens, kristallisiert sich eine Frage heraus. Sie ist nicht besonders philosophisch, sondern ziemlich pragmatisch:

Brennbar oder nicht brennbar?

Diese Frage entscheidet über das Schicksal von Möbeln, Geschirr, Kleidung, Schmuck, Büchern, Papieren, Liebesbriefen und Reisesouvenirs. Sie entscheidet über Containergrössen, Abholtermine, die Anzahl der benötigten Sperrgutvignetten, und die ungefähren Entsorgungskosten. Diese Frage repräsentiert das letzte Ordnungssystem, das auf ein Leben angewendet wird.

Das Bemerkenswerte daran ist nicht die Frage selbst, sondern die radikale Vereinfachung, die sie repräsentiert: Ein ganzes menschliches Dasein mit Beziehungen, Konflikten, Ambitionen, Erfolgen und Misserfolgen wird am Ende auf die Materialeigenschaften reduziert:
➡️ Holz, Papier, Textilien, usw.: ja
➡️ Metall, Glas, Elektronik, etc.: nein

Der ganze Besitz, der zu Lebzeiten Bedeutung trug, vielleicht einen Status ausdrückte oder Sicherheit versprach, verliert mit seinem Besitzer auch seinen Bezug. Was bleibt, sind die reinen Dinge und ihr Wert bemisst sich nicht mehr anhand dessen, was sie einmal bedeuteten, sondern an dem, was sie jetzt kosten – an Zeit, an Platz, und an Entsorgungsgebühren.

Dabei zeigt sich ein Missverhältnis: Manche Gegenstände wurden einst angeschafft, weil sie wichtig erschienen. Andere, weil sie etwas repräsentieren sollten. Wieder andere, weil man sie „vielleicht einmal brauchen könnte“. Am Ende jedoch brauchen diese Dinge eines, nämlich eine Einordnung: Brennbar oder nicht brennbar?

Oft sind es nicht so sehr die materiell wertvollen Dinge, die den Hinterbliebenen diese Entscheidung schwer machen, sondern es sind die Objekte mit unklarem Status: Dinge ohne materiellem Wert, aber mit einer Geschichte. Dinge, deren Bedeutung sich aus den Erinnerungen ergibt, die an ihnen haften. Diese Erinnerungen sind nicht immer übertragbar: Vielleicht behält jemand ein Erinnerungsstück von einen geliebten Menschen, doch damit hat sich die Bedeutung dieses Gegenstandes bereits gewandelt. Das Reisesouvenir von der Hochzeitsreise zum Gardasee zum Beispiel: Für die Mutter war es ein Symbol der Verbundenheit mit ihrem Mann. Für die Tochter wird es zum Erinnerungsstück an die Mutter. Die Bedeutung hat sich also gewandelt, nicht aber das Objekt.
Hier liegt also die Erkenntnis:

Bedeutung ist nicht lagerfähig.

Die Fülle an Erfahrungen eines menschlichen Lebens, die Werte, Haltungen, eine bestimme Art zu sprechen, zu handeln, zu agieren und zu reagieren, das alles entzieht sich der Frage nach der Brennbarkeit im Entsorgungsunternehmen. Diese Konzepte verschwinden nicht in Sammelcontainern, sondern existieren – wenn wir grosses Glück haben – in anderen Menschen weiter.

Vielleicht ist das der Kern dieser haushaltsphilosophischen Betrachtung: Materieller Besitz überdauert uns selten in einer sinnstiftenden Art und Weise, und Bedeutung haftet tendenziell schlecht an Gegenständen. Dafür umso besser im Gedächtnis der Menschen, die uns einst liebten.

Vielleicht lohnt es sich daher, die Anwendung des letzten Ordnungssystems nicht so lange aufzuschieben, bis es jemand anderes für uns tun muss. Vielleicht liegt in der Anerkennung dieser Radikalität auch eine Befreiung und die Chance, sich heute schon bewusst zu fragen, was wir loslassen können und was wir weitergeben möchten. Und natürlich nicht zuletzt die Frage:
Wie wollen wir bis dahin leben?


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Hintergrund Wissenschaftskommunikation

Die FoodHealth Initiative

Ist „From Soil to Gut“ gut genug?

Vergangene Woche haben die Kantone Basel-Stadt und Aargau gemeinsam das Innovationsförderprogramm FoodHealth lanciert. Dieses bikantonale Programm mit dem gut gemeinten Slogan „From soil to gut“ zielt darauf ab, Innovationen im Bereich Agri- und Foodtech zu stärken, und das Innovationsökosystem in der Nordwestschweiz weiterzuentwickeln.

Das neue Logo der Initiative https://foodhealth.ch/

Für die Pilotphase von 2026 bis 2028 stehen insgesamt 2,12 Millionen Franken zur Verfügung. Basel-Stadt trägt 1,7 Millionen Franken bei, der Kanton Aargau 0,42 Millionen Franken. Das Programm soll Projekte fördern, die nachhaltige und innovative Lösungen in der Landwirtschaft und Lebensmitteltechnologie vorantreiben. Dabei setzen die beteiligten Kantone auf drei Handlungsfelder:

Die Handlungsfelder

  1. Erstens soll das Innovationsökosystem gestärkt werden, indem Wissenschaft und Wirtschaft besser vernetzt werden, und bestehende Forschungsprojekte eine Plattform bekommen sollen
  2. Zweitens werden etablierte Unternehmen dabei unterstützt, neue Technologien und Geschäftsmodelle zu entwickeln, etwa durch Projekte mit Hochschulen
  3. Drittens erhalten Start-ups Zugang zu Coaching, Investor:innen, und Finanzierung, um ihre Ideen zu skalieren

Während diese Initiative also auf Vernetzung, Technologie und Wirtschaftsförderung setzt, bleiben für mich Punkte offen:
Am Lancierungsevent wurde viel von „gesunden Lebens-Mitteln“ und „Zukunftstechnologien“ gesprochen, doch der Begriff „Klimakrise“ fiel genau ein Mal, und das Thema planetare Grenzen blieb unberücksichtigt. Dabei brauchen wir nicht nur effizientere Systeme der Lebensmittelgewinnung und eine neue Wertschätzung von Gesundheit und Ernährung, sondern auch einen radikalen Wandel hin zu regenerativer Landwirtschaft und verbindlichem Biodiversitätsschutz. Zwar wurde dies angesprochen, hatte aber eher den Charakter einer Randnotiz.

Planetare Grenzen

Die planetaren Grenzen (Planetary Boundaries) sind ein wissenschaftliches Konzept, das 2009 von einem internationalen Forscherteam um Johan Rockström entwickelt wurde: Es beschreibt neun kritische Prozesse und Systeme der Erde, die für die Stabilität des Erdsystems und damit für das Überleben der Menschheit entscheidend sind. Überschreiten wir diese Grenzen, riskieren wir irreversible Umweltveränderungen und gefährden die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen.

Die neun planetaren Grenzen sind:

  1. Abbau der Ozonschicht in der Stratosphäre
  2. Aerosolbelastung der Atmosphäre

Laut aktuellen Berichten, u. a. vom Stockholm Resilience Centre sind sieben dieser neun Grenzen derzeit überschritten:

https://www.pik-potsdam.de/de/produkte/infothek/planetare-grenzen

Besonders kritisch ist die Situation bei Biodiversität, Klimawandel, und Landwirtschaft:

  1. Das Artensterben schreitet schneller voran als je zuvor in der Geschichte der Menschheit
  2. Die globale Durchschnittstemperatur liegt bereits über 1,5°C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau mit dramatischen Folgen für Wetterextreme, Meeresspiegelanstieg, und Ökosysteme
  3. Die industrielle Landwirtschaft ist einer der Haupttreiber für das Überschreiten mehrerer Grenzen, u.a. durch Monokulturen, den Einsatz von Pestiziden, und Überdüngung

Nun fördert die FoodHealth Initiative Innovationen in der Lebensmittelproduktion, setzt aber scheinbar kaum verbindliche ökologische Leitplanken für Klimaneutralität, Biodiversitätsschutz, oder die regenerative Landwirtschaft.

Regenerative Landwirtschaft

Regenerative Landwirtschaft – dazu gehören u.a. Themen wie Humusaufbau, Agroforstwirtschaft, Pestizidverzicht – fördert nicht nur die Biodiversität, sondern bindet auch CO₂ und schont Wasser- und Nährstoffkreisläufe. Sie entlastet also mehrere planetare Grenzen gleichzeitig.

Ohne systemische Anforderungen riskiert selbst die nachhaltigste Foodtech-Innovation, die planetaren Grenzen weiterhin zu überschreiten. Ungünstigstenfalls durch ressourcenintensive Technologien oder die Vernachlässigung von bestehenden Ökosystemen. Ich bin also skeptisch.

Rosarote Brille

Die auf dem Event zitierte „rosige Zukunft“ sehe ich derzeit nicht. Dennoch hoffe ich natürlich, ich werde positiv überrascht: Die Zeit wird es zeigen.


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Coaching und Beratung Denkanstoss

Das Ausruhezeichen

Das Jahr 2026 ist nun einen Monat alt und fühlt sich bereits schwer an. Alles verlangt aktuell nach einer Reaktion, nach einem Statement, nach einer Haltung. Und ganz trivial müssen eben auch die Rechnungen raus, ein Angebot geschrieben werden, und bei X wollte man sich auch noch dringend melden. Die Wäsche will gemacht werden und der Wasserhahn in der Kaffeeküche tropft auch schon wieder. Und das alles vor dem Hintergrund der Dauerkrisen.

Das Ausruhezeichen setzt sich dem entgegen und möchte, dass wir einen Moment innehalten und stehen bleiben. Und uns vielleicht sogar kurz spüren – hier auf unserem Bürosessel, auf dem Sofa, auf unserem Sitzplatz im Tram.

Folgen wir doch einmal für ein paar Sekunden unserem eigenen Atemrhythmus, statt uns von der Welt den Takt vorgeben zu lassen.

So.

Wenn wir nämlich dauernd unter Spannung stehen, ist das 1. nicht gesund und 2. nicht nachhaltig: Wer nie innehält, verbraucht mehr Ressourcen – physische und psychische – als nachgebildet werden können.

Ausruhen bedeutet auch nicht aufgeben, im Gegenteil. Es bedeutet, verantwortungsvoll mit den eigenen Kräften umzugehen, bevor sie erschöpft sind.

Das Ausruhezeichen erinnert uns daran, dass wir uns ruhig einmal rausnehmen dürfen. Wir müssen nicht immer gleich reagieren.

Wir können uns die Zeit nehmen, einmal tief durchzuatmen.


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Coaching und Beratung

Warum sind wir eigentlich so unglücklich?

Wir haben doch alles richtig gemacht 🤷🏻‍♀️

Top Ausbildung, solider Lebenslauf, guter Job, kompetitives Gehalt – Was will man mehr? Ja, wenn das so einfach wäre, wären wohl 80% der Beiträge auf LinkedIn hinfällig.

Das klassische Karriereverständnis zelebriert das Olympische Motto „schneller, höher, weiter“, übersetzt als Status, Geld, und Erfolg. Das ist für die persönliche Zufriedenheit nicht unwichtig, aber auch nicht alles. Berufliche Erfüllung hängt nämlich auch stark davon ab, in wie weit wir in unserem Job im Einklang mit unseren Werten agieren (können).

Anders ausgedrückt: Ein noch so gut bezahlter, prestigeträchtiger Job macht uns nicht glücklich, wenn wir gegen unsere eigenen Werte handeln.

Leider passiert das aber sehr oft.

Der Wert von Werten

Unsere Werte – die Dinge, die uns wichtig sind – geben uns Orientierung. Sie bestimmen, wofür wir uns einsetzen und wogegen wir uns sträuben. Wenn in diesem Bereich etwas nicht stimmt, merken wir das manchmal an einem diffusen Bachgefühl. Wird dieses nicht oder zu lange nicht beachtet, macht es sich vielleicht deutlicher bemerkbar.

Wenn Arbeit und Wertvorstellungen auf Dauer nicht zusammenpassen, kann das zu unangenehmen Symptomen führen, z.B. einem Gefühl der Blockade, einer sogenannten „inneren Kündigung„, oder immer diesem blöden Gefühl am Sonntagnachmittag.

Aber selten fragen wir uns, welche Werte uns eigentlich leiten. Das ist schade, steckt doch so viel Wert im Wissen über unsere Werte: Bedeutung und Sinnhaftigkeit im Job sind oft entscheidend für langfristige Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz. Daher macht es Sinn, sich ab und zu darüber Gedanken zu machen.

Kleinere Selbstreflexions-Übung

Vor allem, wenn du das Gefühl hast, festzustecken, dann kann es helfen, einmal ganz bewusst zu reflektieren. Dazu eignen sich Fragen wie:

  • Warum ist mir meine Arbeit wichtig?
  • Für welche Aspekte meiner Arbeit setze ich gerne Energie ein?
  • Welche Aspekte meiner Arbeit kosten mich Energie, die ich lieber anderweitig einsetzen würde?
  • Wo passe ich mich an, wie tue ich das, und warum?
  • Wann hatte ich zuletzt das Gefühl: „Ja, das macht für mich Sinn“?

Diese Art von Reflexion, z.b. morgens beim Zähneputzen durchgeführt, kann dir schon einiges an Klarheit ohne Druck verschaffen. Es ist eine erste Hilfe zur Selbsthilfe – denn nur wenn du deinen inneren Kompass kennst, weiss du, in welche Richtung es dich zieht.

Grössere Selbstreflexions-Übung

Wenn du etwas mehr in die Tiefe gehen möchtest, brauchst du ein wenig Zeit und Ruhe: Plane eine gute halbe bis eine Stunde ein. Ausserdem brauchst du einen (ggf. virtuellen) Zettel und einen (ggf. virtuellen) Stift.

Schritt 1: Notiere deine Werte

Werte können z.B. sein: Autonomie, Kreativität, Zusammenarbeit, Verantwortung, Sicherheit, oder Integrität. Drei bis acht Werte sind üblicherweise eine gute Grundlage.

Schritt 2: Sortiere deine Werte nach Wichtigkeit

Ordne deine Werte in eine Hierarchie ein: Was kommt nach oben, was kommt nach unten?

Schritt 3: Der Reality Check

Stelle dir für jeden deiner Werte die Frage: „Wie stark wird diesem Wert in meinem aktuellen Job entsprochen?“ Wenn du möchtest, nutze eine Skala, z.B. von 0 bis 10.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass du hier schon Muster erkennen wirst, und das ist bereits eine wichtige Erkenntnis: Kluge Lebensentscheidungen basieren immer auf bewusster Wahrnehmung, nicht auf einem diffusem Frustgefühl.

Wertebasiertes Jobcoaching

Du kannst mit diesen Reflexionen wunderbar alleine beginnen, aber manchmal braucht es vielleicht jemanden, der die richtigen Fragen stellt, Orientierung in einer unübersichtlichen Situation schafft, und Raum gibt, um Antworten zu finden.

An diesem Punkt setzt wertebasiertes Jobcoaching an und ermöglicht es dir, mit dem in Kontakt zu kommen, was dich bewegt. Wenn du möchtest, begleite ich dich gerne auf dieser Entdeckungsreise:


Fazit

Unzufriedenheit im Beruf ist kein Zeichen von Versagen, sondern oft ein Hinweis darauf, dass Arbeitsalltag und persönliche Werte auseinander driften. Es ist kein Problem, das klassisch gelöst werden muss, sondern eine Erinnerung daran, deine Werte und dich selbst wieder ernst zu nehmen.


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Coaching und Beratung Projektmanagement Spezialwissen

Spieltrieb

Kaum etwas holt erwachsene Menschen so zuverlässig und innerhalb kürzester Zeit aus der Rolle des nüchternen Erwachsenen, wie ein Haufen bunter Klemmbausteine



LEGO weckt bei den meisten von uns Erinnerungen und Spielfreude, und öffnet damit unbemerkt auch einen Raum, der psychologisch hochinteressant ist: Einen Raum, in dem das Denken wieder beweglich wird.

Was haben Autoreifen damit zu tun?

Ein Kinderspiel

Jeder mag LEGO. Aber warum sind diese kleinen Klemmbausteine auch bei Erwachsenen so beliebt? Wie so oft, steckt ein wenig Psychologie dahinter: Das Bauen trägt zum Stressabbau bei – Wir sind besser fokussiert. Und das Belohnungssystem im Gehirn belohnt uns mit Dopamin – Das erzeugt Freude.

Der Erfolg von LEGO® Serious Play® baut darauf auf, und beruht im Wesentlichen auf 2 Konzepten: Konstruktionismus und Verkörperter Kognition.

Konstruktionismus wird gerne mit Konstruktivismus verwechselt, das sind aber verschiedene Dinge: Der Konstruktivismus besagt, dass Menschen Wissen aktiv aufbauen, statt es passiv aufzunehmen und zu speichern. Wir lernen, in dem wir neue Informationen anhand unserer bisherigen Erfahrungen und unserer Sichtweisen verarbeiten. Der Fokus liegt auf Verständnis und innerer Erkenntnis. Man könnte also sagen „Wir konstruieren uns unsere Wirklichkeit.“

Der Körper be-greift

Der Konstruktionismus wiederum baut im Grunde darauf auf, geht aber einen Schritt weiter: Wir lernen und denken dann besonders gut, wenn wir etwas Konkretes erschaffen, etwas das sichtbar oder greifbar (be-greifbar) ist. Denken wird durch das Bauen oder Gestalten aktiviert, nicht nur durch das reine Reflektieren oder durch blosses Zuhören oder Konsumieren.

Kurz gesagt: Beim Konstruktivismus passiert das Denken im Kopf durch einen Abgleich neuer Inhalte mit bereits vorhandenen Inhalten. Beim Konstruktionismus passiert das Denken durch Bauen und Gestalten, durch das Tun.

Beim Bauen mit LEGO werden Gedanken sichtbar. Auch abstrakte Themen wie Ziele, Konflikte, Wünsche, oder Visionen bekommen eine Form und mit dieser Form eine Bedeutung. Das gebaute Modell wird dadurch zum Denk-Werkzeug.

Die 2. Säule des LEGO® Serious Play® ist die verkörperte Kognition, welche besagt, dass das Denken nicht nur im Kopf passiert, sondern im ganzen Körper. Unsere Hände, Bewegung, und Wahrnehmung sind aktiv am Denken beteiligt. Wenn wir bauen, konstruieren, kombinieren, tasten und fühlen, entstehen andere und oft tiefere Gedanken als beim reinen Sprechen, während wir still dasitzen. Wer kritzelt nicht gerne Strichmännchen, während er telefoniert? Das ist das gleiche Prinzip. Unsere Hände sind ein Teil unseres Denkens: Hand-Hirn-Achse nennt man das manchmal. Beim Bauen mit LEGO wird diese Achse aktiviert. Wir denken besser, wenn unsere Hände aktiv sein dürfen.

Unser Körper ist durch das Bauen also aktiv am Denken beteiligt. Wir denken, indem wir bauen, und wir bauen, um zu denken. Das ist das Prinzip und auch das Erfolgsgeheimnis von LEGO® Serious Play®.

Wenn dich das Thema interessiert und du mehr erfahren möchtest, durchstöbere doch mal meinem Blog, oder schreib’ mir einfach eine Nachricht!


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Allgemein

Auf die Ohren

Das neue Jahr wird hörbar anders

🎤 Einige meiner Blogartikel gibt es demnächst auch gelegentlich zum Hören – zunächst als Audiodatei, später vielleicht zusätzlich als Podcast.

Damit kannst du Wissenshappen aus den Bereichen Projektmanagement, Wissenschaft, und Humanismus geniessen, während du das Bad putzt, die Küche aufräumst, draussen mit dem Hund unterwegs bist, oder im 14er Tram sitzt.
Lernen im Alltag und ohne Bildschirmbindung.

Ich bin gespannt, wie sich meine Texte im gesprochenen Raum anfühlen, und wohin sie dich begleiten werden.

Zur Einstimmung gibt es den von mir ausgesuchten Introtrack einmal in voller Länge zu hören:

Intro: Spy vs. Spy – Chill-out Acid Squeeze Mix, T. Schürger mit SoundHelix


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Spezialwissen

Coriander Chutney

Ein Rezept

Mein Firmenlogo enthält bekannermassen ein Korianderblatt. Ich verehre dieses Kraut, aber nicht jeder mag es. Für alle, die Koriander mögen, gibt es heute einmal ein einfaches Rezept zum Nachmachen: Ein wärmendes Chutney – geeignet als Zutat, Beilage, Dip, und Kondiment.

Frischer Koriander

Zutaten

  • 100g Koriander, gewaschen
  • 100g Erdnüsse, ungesalzen
  • 5 Esslöffel Zitronensaft
  • 1 Teelöffel Salz
  • 4 Teelöffel brauner Zucker
  • Optional: 1 Teelöffel Kurkuma
  • Optional: 1 kleine Chilischote, entkernt und fein gehackt

Zubereitung

Salz und Zucker mit dem Zitronensaft verrühren und ein paar Minuten stehen lassen. Die Mischung mit den übrigen Zutaten in einen Mixer geben und mixen, bis eine Art Pesto entsteht. Eventuell ein wenig Wasser dazugeben, bis die Konsistenz stimmt. Im Kühlschrank luftdicht verschlossen aufbewahren und schnell verbrauchen!


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Coaching und Beratung Projektmanagement Spezialwissen

LEGO® Serious Play® für Scrum Master

Man kann über vieles reden und über alles bauen

Erfahrene Scrum Master kennen das: Wir fragen, antworten, moderieren, fragen, visualisieren, und strukturieren, wie wir das gelernt haben – und trotzdem bleibt da etwas Unausgesprochenes. Man spürt es: Da liegt etwas liegt zäh im Raum herum wie ein diffuser Nebel und lässt sich nicht greifen.

Was ist da los?

Das hat nichts damit zu tun, dass das Team nicht will, das wäre ein Trugschluss. Das hat viel mehr damit zu tun, dass komplexe Zusammenarbeit sich nicht immer konkret in Worte fassen lässt. Besonders dann, wenn es um Verantwortung, Spannungen, Erwartungen, oder um die Feinheiten der Rollendefinition und der Kommunikation geht, lässt uns unsere Sprache mitunter im Stich.

Das Dilemma

Als Scrum Master bewegen wir uns in verschiedenen Spannungsfeldern:

  • Wir wollen neutral moderieren und gleichzeitig eine konkrete Wirkung erzielen
  • Wir wollen unserem Team Raum geben, aber ohne dass es sich unterwegs verliert
  • Wir wollen Probleme sichtbar machen ohne Schuldzuweisungen
  • Wir wollen unser Framework nutzen ohne Rituale abzuarbeiten

Diese Spannungsfelder sind unser Revier und diese Art der Herausforderung ist ja auch der Grund, warum wir diesen Job gerne machen 💪

Viele dieser Formate setzen auf Sprache. Sprache ist ein wunderbares Werkzeug, jedoch bevorzugt sie doch eher die Lauten, die Routinierten, die Schnellen – und das ist ein Problem, denn die Beiträge der Leisen, der Ungeübten, der Langsamen haben ebenso Wert, werden jedoch manchmal nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt. Abgesehen von dem offensichtlichen Verlust von Information, belastet ein solches Ungleichgewicht die Stimmung im Team.

Dem Denken Form geben

LEGO® Serious Play® ist kein Spiel, sondern eine strukturierte Methode, um dem Denken Form zu geben. Im agilen Kontext bedeutet das: Jede Stimme zählt gleich viel, jeder wird gehört – aus implizitem wird explizites Wissen. Das Team entwickelt dadurch ein gemeinsames Bild der Situation. Dadurch werden komplexe Zusammenhänge fassbar, Diskussionen fokussierter, und Entscheidungen tragfähiger.

Ergebnisse!

In meiner eigenen Praxis und aus verschiedenen Workshops mit agilen Teams kann ich folgende Effekte der Anwendung von LEGO® Serious Play® im agilen Kontext erkennen:

  1. Rollen werden be-greifbar
    Wenn Teammitglieder ihre Rolle bauen, statt sie nur mit Worten zu beschreiben, zeigen sich unausgesprochene Erwartungen, Über- und Unterforderung, sowie stille Missverständnisse schnell.
  2. Konflikte verlieren an Schärfe
    Nicht die einzelnen Personen stehen im Mittelpunkt, sondern die Modelle. Das nimmt den Druck, senkt die Verteidigungshaltung und erhöht die Gesprächsbereitschaft.
  3. Retrospektiven werden wirksamer
    Wir kommen weg vom stereotypen „Was lief gut, was lief schlecht?“ hin zu einen tieferen Verständnis dafür, wie unser System funktioniert und wo es wirklich klemmt.
  4. Verantwortung wird wahrgenommen
    LEGO® Serious Play® produziert keine farbenfrohen Flipcharts für die Bürodekoration, sondern gemeinsam erarbeitete und entwickelte Bedeutung. Das verbessert Identifikation und Ownership.

Für Scrum Master ist LEGO® Serious Play® besonders stark, wenn das Team feststeckt, wenn dieselben Themen immer wieder kommen, aber auch wenn Veränderungen anstehen, neue Teams oder neue Teammitglieder am Start sind. Vor allem aber, wenn die Zusammenarbeit nicht ganz rund läuft, aber niemand es richtig greifen kann. Kurz: bei komplexen Fragestellungen, für die es keine Checkliste gibt.

Fazit

Ich arbeite sehr gerne mit LEGO® Serious Play® im agilen Kontext, um Denkräume zu öffnen, die sonst verschlossen bleiben. Grundsätzlich sind Methoden aber auch kein Selbstzweck, sie müssen dem Team dienen und nicht umgekehrt. LEGO® Serious Play® ist deshalb auch kein Ersatz für ein anständig angewandtes Framework, sondern eine sinnvolle Ergänzung für den Methodenkoffer eines guten Scrum Masters.


Arbeitest du agil oder bist sogar selbst Scrum Master und möchtest mehr über LEGO® Serious Play® im agilen Kontext erfahren? Lass‘ uns reden!


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Coaching und Beratung Denkanstoss

Die Rehabilitation der Unsicherheit

Die Komplexität der Gegenwart gibt uns keine einfachen Antworten.
Das können wir nutzen.

Ich wünsche dir einen guten Start ins neue Jahr – mit Aufmerksamkeit für dich selbst, Offenheit für das Ungewisse, und Raum für neue Fragen!


Zum Jahresbeginn scheinen einfache Antworten besonders gefragt. Ich selbst ertappe mich dabei: Unser Leben ist kompliziert genug, daher streben wir nach guten Vorsätzen und definierbaren Zielen. Wir schreiben Listen dessen, was wir dieses Jahr anders machen werden, was wir erreichen, und was wir hinter uns lassen möchten.

Der Wunsch dahinter ist verständlich, denn in unserer unübersichtlichen Welt versprechen Antworten Sicherheit. Sie geben uns das Gefühl, auf das, was da kommen mag, vorbereitet zu sein. Und während ich diese Sätze in die Tatstatur meines alten iMacs tippe, ist mir natürlich klar, dass das nicht funktioniert. Und dir, während du das hier liest – vermutlich auch.

Wir leben in einer komplexen Gegenwart und werden direkt oder indirekt beeinflusst durch geopolitische Spannungen, ökologische Krisen, und gesellschaftliche Umbrüche. Daher lassen sich viele der Fragen, mit denen wir heute konfrontiert sind, nicht mehr einfach und eindeutig lösen. Die Dinge sind vielschichtiger und widersprüchlicher, miteinander verknüpft und voreinander abhängig. Jede Antwort scheint weitere Fragen zu erzeugen.

Das ist nicht angenehm.
Aber was, wenn wir beginnen, uns einfach darauf einzulassen?

Antworten geben Struktur und helfen uns handlungsfähig zu bleiben. Jedoch haben sie eine Kehrseite: Sie schliessen Möglichkeiten aus, sie schliessen Türen. Antworten beruhigen uns, manchmal zu unrecht. Das Vorgehen bestimmter gesellschaftlicher Strömungen und politischer Parteien z.B. beruht, wie wir wissen, auf (zu) einfachen Antworten auf komplexe Probleme.

Fragen hingegen halten Möglichkeiten offen: Sie erlauben es, Unsicherheit als Teil des Lebens wahrzunehmen und zuzulassen. Fragen lassen uns genauer hinsehen. Komplexe Zeiten verlangen vielleicht nicht nach mehr Gewissheit – die ist ohnehin trügerisch – sondern nach mehr Raum für Möglichkeiten.

In einer Welt, die sich ständig verändert, kann das eine hilfreiche Haltung sein. Wie wäre es, wenn wir das neue Jahr nicht mit Vorsätzen beginnen, sondern mit Fragen?

Gute Vorsätze folgen ja einem vertrauten Muster: Ich „weiss“, was richtig ist und setze es – endlich!! – um. Dieses Wissen ist aber nicht immer so sicher, wie es scheint. Manchmal beruht es auf alten Annahmen, überholten Selbstbildern, oder gesellschaftlichen Erwartungen.

Fragen wiederum lassen Raum lassen für Ambivalenz und Veränderung. Gute Fragen für das sich noch neu und gerade frisch ausgepackt anfühlende Jahr sind z.B.:

  • Was möchte ich?
  • Warum?
  • Welche Themen in meinem Leben benötigen mehr Aufmerksamkeit?
  • Welche Antworten trage ich mit mir, weil sie mir Sicherheit geben?
  • Wo könnte ich mehr Unsicherheit aushalten?

Unsicherheit hat einen schlechten Ruf. Das finde ich furchtbar, denn Unsicherheit ist meines Erachtens ein Ausdruck von Verantwortung. Wer die Welt ernst nimmt, kann – darf – sich nicht immer 100% sicher sein. Wer nationale und globale Zusammenhänge bedenkt, weiss, dass einfache Lösungen selten ausreichen. Unsicherheit ist Verantwortungsbewusstsein und bedeutet, sich der Tragweite von Entscheidungen bewusst zu sein.

Vielleicht ist das eine angemessenere Haltung für unsere Zeit als der Ruf nach einfachen Antworten. Fragen sind kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen von Aufmerksamkeit für uns selbst, für andere, und für die komplexe Welt, in der wir leben. Unsicherheit gehört zu uns und zu unserem Leben dazu. Also können wir ihr auch die Tür öffnen und sie hereinlassen.

Das neue Jahr muss also nicht mit dieser viel bemühten Klarheit beginnen, es darf auch einfach mit Offenheit starten. Mit Fragen, die nicht sofort beantwortet werden müssen, und vor allem mit der Bereitschaft, uns gegenseitig zuzuhören, dazuzulernen, und unsere eigenen Gewissheiten immer wieder…in Frage zu stellen.

Vielleicht ist das ein tauglicher Vorsatz für das noch junge Jahr: Weniger nach Antworten suchen, sondern nach besseren Fragen.


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