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Ich weiss, was du diesen Sommer getan hast

Nein, das weisst du noch nicht, aber nachdem ich mit diesem Titel hoffentlich deine Aufmerksamkeit gewonnen habe, erzähle ich es dir gerne. Und am Ende folgt auch noch eine Einladung!

Z’Basel am mym Rhy

Seit bald 20 Jahren lebe ich in diesem schönen Städtchen am Rhein. Der Fluss ist Mittelpunkt und Lebensader der Stadt, und sommers wie winters Anziehungspunkt für Einheimische, Zweitheimische, und Touristen gleichermassen.

Leider wird er auch ziemlich verschmutzt. Nicht mehr (massiv) durch die Industrie, dankenswerterweise, sondern durch die unzähligen Besucher, die – absichtlich oder unabsichtlich – jeden Tag allerhand im Rhein verlieren.

R(h)eingeworfen

Zum Glück gibt es R(h)eingeworfen, einen ehrenamtlichen Verein, der im Rhein nach Abfall taucht. Der Verein ist aus einer kleinen Gruppe von Freunden entstanden, die 2022 begonnen haben, beim Schwimmen und Tauchen im Rhein Abfälle zu sammeln. Aus spontanen Aktionen wurde eine wachsende Gemeinschaft, die 2025 offiziell als Verein eingetragen wurde.

Logo des Vereins R(h)eingeworfen.

Heute hat R(h)eingeworfen etliche engagierte Mitglieder, die regelmässig im Rhein unterwegs sind, und schwimmend, schnorchelnd oder tauchend die unterschiedlichsten Gegenstände bergen. Diesen habe ich mich diesen Sommer angeschlossen und verwandle ausgesuchte Fundstücke in #upfloating-Kunst.

Was wir wollen

Was wir erreichen wollen, ist ganz einfach erklärt: Wir möchten ein Bewusstsein schaffen für die Schönheit des Rheins, für seine Verletzlichkeit und für die Verantwortung, die wir alle tragen. Mit unseren Aktionen machen wir sichtbar, was im Verborgenen liegt, und verwandeln Fundstücke in Impulse für Gespräche, Ausstellungen, und Bildungsarbeit.

Ausstellung R(h)eingeworfen: „Zeugen der Sorglosigkeit“

Und hier ist die versprochene Einladung: Vom 2. bis zum 7. September stellen wir im Forum des kHaus unsere Fundstücke aus und informieren über unsere Arbeit. Ich selbst werde mit den ausgewählten #upfloating-Kunstobjekten, mit denen ich mich diesen Sommer beschäftigt habe, ebenfalls an der Ausstellung vertreten sein.

Flyer R(h)eingeworfen - Zeugen der Sorglosigkeit.

Die Vernissage findet am 2. September um 18 Uhr statt und ich würde mich freuen, ganz viele von euch dort begrüssen zu dürfen. Der Eintritt ist selbstverständlich frei!


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Allgemein

The Problem of Writing Poems in Hot Weather

Heute gibt es hitzebedingt keinen Newsletter. Bleib gesund und achte auf dich und deine Lieben!

➡️ Informationen zum Thema Hitze und Gesundheit vom Kanton Basel-Stadt

➡️ Wegleitung für Rheinschwimmer*innen vom SLRG Basel

The problem of writingpoems inhot weather isthatthe words getsweaty and sticktogether.

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Hintergrund Wissenschaftskommunikation

Die FoodHealth Initiative

Ist „From Soil to Gut“ gut genug?

Vergangene Woche haben die Kantone Basel-Stadt und Aargau gemeinsam das Innovationsförderprogramm FoodHealth lanciert. Dieses bikantonale Programm mit dem gut gemeinten Slogan „From soil to gut“ zielt darauf ab, Innovationen im Bereich Agri- und Foodtech zu stärken, und das Innovationsökosystem in der Nordwestschweiz weiterzuentwickeln.

Das neue Logo der Initiative https://foodhealth.ch/

Für die Pilotphase von 2026 bis 2028 stehen insgesamt 2,12 Millionen Franken zur Verfügung. Basel-Stadt trägt 1,7 Millionen Franken bei, der Kanton Aargau 0,42 Millionen Franken. Das Programm soll Projekte fördern, die nachhaltige und innovative Lösungen in der Landwirtschaft und Lebensmitteltechnologie vorantreiben. Dabei setzen die beteiligten Kantone auf drei Handlungsfelder:

Die Handlungsfelder

  1. Erstens soll das Innovationsökosystem gestärkt werden, indem Wissenschaft und Wirtschaft besser vernetzt werden, und bestehende Forschungsprojekte eine Plattform bekommen sollen
  2. Zweitens werden etablierte Unternehmen dabei unterstützt, neue Technologien und Geschäftsmodelle zu entwickeln, etwa durch Projekte mit Hochschulen
  3. Drittens erhalten Start-ups Zugang zu Coaching, Investor:innen, und Finanzierung, um ihre Ideen zu skalieren

Während diese Initiative also auf Vernetzung, Technologie und Wirtschaftsförderung setzt, bleiben für mich Punkte offen:
Am Lancierungsevent wurde viel von „gesunden Lebens-Mitteln“ und „Zukunftstechnologien“ gesprochen, doch der Begriff „Klimakrise“ fiel genau ein Mal, und das Thema planetare Grenzen blieb unberücksichtigt. Dabei brauchen wir nicht nur effizientere Systeme der Lebensmittelgewinnung und eine neue Wertschätzung von Gesundheit und Ernährung, sondern auch einen radikalen Wandel hin zu regenerativer Landwirtschaft und verbindlichem Biodiversitätsschutz. Zwar wurde dies angesprochen, hatte aber eher den Charakter einer Randnotiz.

Planetare Grenzen

Die planetaren Grenzen (Planetary Boundaries) sind ein wissenschaftliches Konzept, das 2009 von einem internationalen Forscherteam um Johan Rockström entwickelt wurde: Es beschreibt neun kritische Prozesse und Systeme der Erde, die für die Stabilität des Erdsystems und damit für das Überleben der Menschheit entscheidend sind. Überschreiten wir diese Grenzen, riskieren wir irreversible Umweltveränderungen und gefährden die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen.

Die neun planetaren Grenzen sind:

  1. Abbau der Ozonschicht in der Stratosphäre
  2. Aerosolbelastung der Atmosphäre

Laut aktuellen Berichten, u. a. vom Stockholm Resilience Centre sind sieben dieser neun Grenzen derzeit überschritten:

https://www.pik-potsdam.de/de/produkte/infothek/planetare-grenzen

Besonders kritisch ist die Situation bei Biodiversität, Klimawandel, und Landwirtschaft:

  1. Das Artensterben schreitet schneller voran als je zuvor in der Geschichte der Menschheit
  2. Die globale Durchschnittstemperatur liegt bereits über 1,5°C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau mit dramatischen Folgen für Wetterextreme, Meeresspiegelanstieg, und Ökosysteme
  3. Die industrielle Landwirtschaft ist einer der Haupttreiber für das Überschreiten mehrerer Grenzen, u.a. durch Monokulturen, den Einsatz von Pestiziden, und Überdüngung

Nun fördert die FoodHealth Initiative Innovationen in der Lebensmittelproduktion, setzt aber scheinbar kaum verbindliche ökologische Leitplanken für Klimaneutralität, Biodiversitätsschutz, oder die regenerative Landwirtschaft.

Regenerative Landwirtschaft

Regenerative Landwirtschaft – dazu gehören u.a. Themen wie Humusaufbau, Agroforstwirtschaft, Pestizidverzicht – fördert nicht nur die Biodiversität, sondern bindet auch CO₂ und schont Wasser- und Nährstoffkreisläufe. Sie entlastet also mehrere planetare Grenzen gleichzeitig.

Ohne systemische Anforderungen riskiert selbst die nachhaltigste Foodtech-Innovation, die planetaren Grenzen weiterhin zu überschreiten. Ungünstigstenfalls durch ressourcenintensive Technologien oder die Vernachlässigung von bestehenden Ökosystemen. Ich bin also skeptisch.

Rosarote Brille

Die auf dem Event zitierte „rosige Zukunft“ sehe ich derzeit nicht. Dennoch hoffe ich natürlich, ich werde positiv überrascht: Die Zeit wird es zeigen.


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