Die Zwiebel ist heute einmal unser Sinnbild für die Vielschichtigkeit unseres Daseins. Sehen Sie sie vor sich, haben Sie eventuell sogar eine Gemüsezwiebel griffbereit? „Peeling away the layers“ bedeutet, sich selbst Stück für Stück, Schicht um Schicht näher zu kommen. Es ist ein Prozess des Entlernens, Entspannens, und Erlaubens. Und unter all den vielen „Ich sollte…“-Schichten finden wir dann auch das Wesentliche: Ein Gefühl von Ruhe, Klarheit, und „Ich bin genug„.
Im Coaching begleite ich so einen Prozess daher auch nicht, um Sie in irgendeiner Art und Weise zu „verbessern“, sondern um sie dabei zu unterstützen, wieder in Kontakt zu kommen mit dem, was längst schon da ist: Ihrem eigenen inneren Mass und dem Gefühl und Gespür für sich selbst. Das hat viel mit Akzeptanz zu tun.
Wie kann das funktionieren? Nun, in meinem kleinen Büro im ausgesprochen unaufgeregten Basler Gotthelfquartier hängt ein gerahmtes Zitat von Carl Rogers:
The curious paradox is that when I accept myself just as I am, then I can change.
Frei übersetzt bedeutet das: “Das seltsame Paradoxon ist, dass, wenn ich mich so akzeptiere wie ich bin, ich die Möglichkeit erlange, mich zu verändern.”
Mit diesem Satz im Kopf entlasse ich Sie in einen hoffentlich erfreulichen und umsichtigen Sonntag.
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Werbung in eigener Sache: Neuer Workshop ab Herbst!
Forschung ist Teamarbeit und erfordert gleichzeitig ein hohes Mass an Selbstdisziplin und Selbstorganisation. Mitarbeiter von Forschungsinstitutionen lernen innerhalb des normalen Studiums jedoch oftmals nicht, wie man Aufgaben richtig priorisiert, oder Projekte sinnvoll strukturiert und zum Ziel bringt.
Da wissenschaftliche Forschung oft komplex, meist langwierig, und ressourcenintensiv mit unklaren Zeitlinien und nicht unerheblichen Risiken behaftet ist, führt dies häufig zu Stress und Misserfolgen.
Solide Projektmanagementgrundkenntnisse wiederum verbessern nicht nur die Erfolgschancen im eigenen Forschungsprojekt, sondern öffnen auch Karrieremöglichkeiten: Was an der Universität z.B. primär ein zusätzlicher Benefit ist, wird von Arbeitgebern in der Industrie zunehmend als Voraussetzung für ein Arbeitsverhältnis gesehen.
Es lohnt sich daher, sich frühzeitig mit den Grundlagen des guten Projektmanagements auseinanderzusetzen. Das erleichtert die tägliche Arbeit durch:
Flexiblere Planung und Priorisierung von Aufgaben
Strategischeren Umgang mit den vorhandenen Ressourcen
Verbesserte Kommunikation im Team, mit Stakeholdern, und mit externen Partnern
Hilfreichere Strukturen zum Antizipieren und Managen von Risiken
Mehr Flexibilität im Umgang mit Veränderungen
Kurz gesagt: Wer Projektmanagement beherrscht, bringt Dinge auch besser voran. Ab Herbst 2025 biete ich einen neuen Workshop an, der genau diese Themen behandelt:
Workshopkonzept
Mein Workshop „Project Management 101 for Scientists“ richtet sich primär an Naturwissenschaftler:innen vor und während der Promotion, und darüber hinaus. Ziel des Workshops ist es, die grundlegenden Fähigkeiten zu vermitteln, die Nachwuchsforscher benötigen, um souveräne und kompetente Projektleiter:innen zu werden.
Wir klären in diesem Workshop wichtige Konzepte, Methoden, und Werkzeuge des modernen Projektmanagements, abgestimmt auf die besonderen Anforderungen in der wissenschaftlichen Forschung. Die Teilnehmenden lernen, wie sie ihre Projekte effektiver und effizienter planen, strukturieren, und umsetzen können.
Das erreichen wir mit vielen interaktiven Übungen, Diskussionen, Feedback, Reflexionsrunden in der Gruppe und Peer-Coaching, und vor allem mit viel Freude am Lernen und am Anwenden des Gelernten. So können die Lerninhalte sofort praktisch eingesetzt werden, sowohl in laufenden Projekten als auch in der Planung zukünftiger Vorhaben.
Lernziele
Teilnehmende sollen die Grundlagen des klassischen, agilen, und hybriden Projektmanagements verstehen und Methoden konkret auf ihre wissenschaftliche Arbeit anwenden.
Die Ziele des Workshops im Einzelnen sind:
Modul 1: Grundlagen des Projektmanagements
Wichtige Prinzipien des guten Projektmanagements allgemein und im besonderen Kontext der universitären und industriellen Forschung
Anwendungsmöglichkeiten verschiedener Methoden wie z. B. Gantt, Kanban, Project Canvas (z. B. mit Miro), Scrum, Design Thinking, Retrospektiven, etc.
Umsetzung des Gelernten in die Praxis: Scoping, WBS, Meilensteine, Stakeholderanalyse, Risikomanagement, etc. im eigenen Projekt
Modul 2: Arbeiten in internationalen, interkulturellen, interdisziplinären Teams
Teamrollen, Rollenklarheit, und psychologische Sicherheit als Basis erfolgreicher Projekte
Offene Kommunikation und eine positive Fehler- und Feedbackkultur für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Team und zwischen Teams
Modul 3: Selbstmanagement und Selbstorganisation
Techniken zur Planung und Priorisierung, um Zeit- und Selbstmanagement zu stärken
Strategien zum Umgang mit Unsicherheiten und zum Überwinden von Blockaden („getting unstuck“)
Du hast Interesse oder möchtest diesen oder einen ähnlichen Projektmanagementworkshop an deiner Forschungseinrichtung anbieten? Kontaktiere mich gerne – ich freue mich auf deine Anfrage:
Das, was dich anders macht, ist deine grösste Stärke – Die kleine Inspiration zur Wochenmitte.
Robert Greenes Zitat ermutigt uns dazu, uns selbst treu zu bleiben, auch (oder gerade) wenn wir uns anders fühlen. Denn in unserer Einzigartigkeit liegt ein grosses Potenzial für die persönliche Entwicklung.
Wenn Greene hier darüber spricht, was uns „seltsam“ oder „merkwürdig“ macht, dann meint er unsere einzigartigen Eigenschaften und Verhaltensweisen, die möglicherweise nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen. Sie können als exzentrisch oder eigenartig wahrgenommen werden und werden manchmal vielleicht auch negativ konnotiert.
Doch gerade diese kleinen und grossen Unterschiede, die uns voneinander abheben, sind keine Schwächen, sondern Quellen unserer Kraft, Kreativität und Originalität. Nicht zuletzt ist Vielfalt auch die Basis einer gesunden Gesellschaft.
Besser also, man findet seine Stärke in der eigenen Individualität, anstatt sich ständig anzupassen. Salvador Dalis surreale Kunst zum Beispiel ist deshalb so einzigartig, weil er seine Individualität akzeptierte. Zelebrieren wir also einmal unsere Eigenheiten, anstatt uns dem anzupassen, was als „normal“ gilt.
Ausserdem: Wer definiert überhaupt „normal“?
Einzigartigkeit akzeptieren und annehmen
Manche Menschen kommen zu mir ins Coaching, weil sie sich permanent verstellen und anpassen, oder auch weil sie unsicher sind, ob sie so wie sie sind, als „richtig“ oder „gut genug“ wahrgenommen werden. Diese Art zu denken und zu leben ist sehr anstrengend, geht an die Substanz, und ist nicht nachhaltig.
Ein gutes Coaching hilft dabei, die eigenen sogenannten „Macken“ nicht länger als Makel, sondern als Stärke zu sehen und als Ressource zu erkennen und zu nutzen.
Authentizität als persönliche Kraftquelle nutzen
Im Coaching finden wir heraus, wer du jenseits von Erwartungen, Rollenbildern, und Glaubenssätzen wirklich bist. Wenn du dich mit dem verbinden kannst, was dich wirklich ausmacht, führt das zu mehr Klarheit, einer verbesserten inneren Stabilität und erleichtert es dir, einem authentischen Lebensweg zu gestalten.
Einzigartigkeit in eine neue Wirksamkeit transformieren
Was im Alltag als Macke oder Makel erlebt wird, kann im Coachingprozess die Eintrittskarte für deine persönliche Entwicklung sein.
Zum Beispiel:
Eine besonders empfindsame Person lernt, ihre hohe Empathie als gefragte Stärke in einem multikulturellen, multinationalen Team einzusetzen.
Eine kreativ-chaotische Denkerin erkennt, dass ihre unkonventionellen Ideen besonders gebraucht werden, wenn sich ein laufendes Projekt festgefahren hat.
Ein Mensch mit einer aussergewöhnlichen Biografie nutzt diese Vielfalt an Erfahrungen, um anderen Menschen alternative Wege aufzuzeigen.
Wachstum beginnt, wenn wir aufhören, uns zu verstecken. Gutes Coaching fördert die Akzeptanz der eigenen Besonderheiten, nicht um besser zu funktionieren, sondern um aus dem Vollen zu leben.
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Die Pinguingeschichte von Dr. med. Eckart von Hirschhausen, den ich sogar ein Mal persönlich treffen durfte, ist eine seiner bekanntesten und beliebtesten Metaphern. Sie stammt ursprünglich aus dem Buch „Glück kommt selten allein …“ und ist eine Allegorie für Selbstakzeptanz und die Suche nach dem richtigen Umfeld, um sich zu entwickeln.
Die Botschaft: Jeder Mensch hat seine Stärken!
Und in der passenden Umgebung kommen diese Stärken zur Geltung und wir fühlen uns wohl – so wie der Fisch Pinguin im Wasser.
Hier ist die Geschichte also noch einmal zum Nachlesen und Nachdenken:
Diese Geschichte ist mir tatsächlich passiert. Ich war als Moderator auf einem Kreuzfahrtschiff engagiert. Da denkt jeder: „Mensch toll! Luxus!” Das dachte ich auch. Bis ich auf dem Schiff war. Was das Publikum angeht, war ich auf dem falschen Dampfer. Die Gäste an Bord hatten sicher einen Sinn für Humor, ich hab ihn nur in den zwei Wochen nicht gefunden. Und noch schlimmer: Seekrankheit hat keinen Respekt vor der Approbation. Kurzum: ich war auf der Kreuzfahrt kreuzunglücklich.
Endlich! Nach drei Tagen auf See, fester Boden. „Das ist wahrer Luxus!” Ich ging in einen norwegischen Zoo. Und dort sah ich einen Pinguin auf seinem Felsen stehen. Ich hatte Mitleid: „Musst du auch Smoking tragen? Wo ist eigentlich deine Taille? Und vor allem: hat Gott bei dir die Knie vergessen?” Mein Urteil stand fest: Fehlkonstruktion.
Dann sah ich noch einmal durch eine Glasscheibe in das Schwimmbecken der Pinguine. Und da sprang „mein“ Pinguin ins Wasser, schwamm dicht vor mein Gesicht. Wer je Pinguine unter Wasser gesehen hat, dem fällt nix mehr ein. Er war in seinem Element! Ein Pinguin ist zehnmal windschnittiger als ein Porsche! Mit einem Liter Sprit käme der umgerechnet über 2500 km weit! Sie sind hervorragende Schwimmer, Jäger, Wasser-Tänzer! Und ich dachte: „Fehlkonstruktion!”
Diese Begegnung hat mich zwei Dinge gelehrt. Erstens: wie schnell ich oft urteile, und wie ich damit komplett daneben liegen kann. Und zweitens: wie wichtig das Umfeld ist, ob das, was man gut kann, überhaupt zum Tragen kommt.
Wir alle haben unsere Stärken, haben unsere Schwächen. Viele strengen sich ewig an, Macken auszubügeln. Verbessert man seine Schwächen, wird man maximal mittelmäßig. Stärkt man seine Stärken, wird man einzigartig. Und wer nicht so ist, wie die anderen sei getrost: Andere gibt es schon genug!
Immer wieder werde ich gefragt, warum ich das Krankenhaus gegen die Bühne getauscht habe. Meine Stärke und meine Macke ist die Kreativität. Das heißt, nicht alles nach Plan zu machen, zu improvisieren, Dinge immer wieder unerwartet neu zusammen zu fügen. Das ist im Krankenhaus ungünstig. Und ich liebe es, frei zu formulieren, zu dichten, mit Sprache zu spielen. Das ist bei Arztbriefen und Rezepten auch ungünstig. Auf der Bühne nutze ich viel mehr von dem was ich bin, weiß, kann und zu geben habe. Ich habe mehr Spaß, und andere haben mit mir mehr Spaß. Live bin ich in meinem Element, im Flow!
Menschen ändern sich nur selten komplett und grundsätzlich. Wenn du als Pinguin geboren wurdest, machen auch sieben Jahre Psychotherapie aus dir keine Giraffe. Also nicht lange hadern: Bleib als Pinguin nicht in der Steppe. Mach kleine Schritte und finde dein Wasser. Und dann: Spring! Und Schwimm!
Und du wirst wissen, wie es ist, in Deinem Element zu sein.
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In vielen Kontexten, insbesondere in queeren, antirassistischen, oder feministischen Räumen, ist von „Safer Spaces“ die Rede. Warum wir nicht einfach von „Safe Spaces“ sprechen, dafür gibt es einen einfachen Grund:
Ein Safe Space wird gemeinhin als ein Ort verstanden, an dem Menschen sich vollkommen frei, sicher, und geschützt fühlen können und keine Angst vor Abwertung, Diskriminierung, oder Gewalt haben müssen. Das klingt sehr gut, es ist aber kaum realistisch: Sicherheit ist eine individuelle Wahrnehmung, und keine Gruppe, kein Raum, keine Struktur ist gänzlich frei von Machtgefällen oder unbeabsichtigten Mikroaggressionen, von unreflektierter Sprache oder blinden Flecken. Das gilt insbesondere für heterogene Gruppen.
Deshalb sprechen wir lieber von einem Safer Space. Das ist ein Raum, in dem wir uns aktiv um Sicherheit bemühen, in dem wir Diskriminierungserfahrungen reflektieren, unsere Fehler anerkennen und daraus lernen, und gemeinsam daran arbeiten, Zugehörigkeit und Schutz möglich zu machen und zwar so gut es eben geht. Der Begriff ist eine Einladung zu kritischer Offenheit (ja, und dazu gehört auch eine Verletzlichkeit) statt zu einer Illusion von Perfektion.
Ein Safer Space ist also kein Versprechen, dass sich möglicherweise nicht halten lässt, sondern eine Haltung 🌈
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Oder: Wie man mit krisenbedingten Neuausrichtungen zurecht kommt, ohne den Verstand zu verlieren.
Teil 2: Das Unternehmen
Restrukturierungen sind oftmals notwendig, um ein Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten, sie sind aber für die Mitarbeitenden oft mit Stress, Unsicherheit, und Orientierungslosigkeit verbunden. Auf dem Arbeitsmarkt entstehen spürbare Turbulenzen, aber auch Chancen für einen strukturellen Wandel.
Die Auswirkungen
Kurzfristig: Verunsicherung
Erhöhtes Angebot an Fachkräften aus den betroffenen Branchen auf dem Arbeitsmarkt
Zunehmende Verunsicherung bei anderen Unternehmen, die sich durch Einstellungsstopps oder zurückhaltendere Investitionen zeigen kann
Höherer Konkurrenzdruck unter den Bewerbern auf offene Stellen, was insbesondere für 50+ Personen problematisch ist
Mittelfristig: Mobilisierung
Arbeitnehmer:innen werden mobiler und anpassungsfähiger, sowohl beruflich als auch geografisch
Wunsch nach Weiterbildungen, Umschulungen, und Branchenwechseln
Zeitarbeit, Freelancing, remote und hybride Arbeitsformen nehmen zu
Langfristig: Strukturwandel
Der Arbeitsmarkt passt sich an und es entstehen neue Branchen (AI, Green Tech,…), die entsprechende Talente anziehen
Gleichzeitig bleibt ein Fachkräftemangel in anderen Bereichen (Pflege, Technik, Bildung) bestehen
Die Verantwortung
Restrukturierungen können ein wertvoller Impuls für die persönliche Weiterentwicklung und neue berufliche Wege sein. Wichtig sind begleitende Massnahmen wie adäquate Kommunikation, ein klarer Changeprozess, Weiterbildungsmöglichkeiten, und soziale Absicherung.
Diese Faktoren liegen in der Verantwortung des Unternehmensund können dessen Ruf als Kooperationspartner und Arbeitgeber beeinflussen.
In dieser Situation gibt es verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten für Unternehmen, zum Beispiel…
Partner und Sparring für Führungskräfte
Führungskräfte sind in der Restrukturierung häufig selbst verunsichert und dabei gleichzeitig Schlüsselpersonen in einem sensiblen Prozess.
Gezieltes Coaching und der Coach als Sparringpartner für Führungskräfte in ihrer neuen Rolle
Unterstützung in der wertschätzenden Kommunikation in schwierigen Zeiten
Reflexion der Führungskultur und des Umgangs mit Emotionen im Team
Organisationscoaching und Kulturarbeit
Teams oder Bereiche, die neu aufgestellt werden oder sich neu finden müssen, profitieren von einer adäquaten Begleitung.
Teamentwicklung nach Umstrukturierung
Aufbau einer Vertrauensgrundlage und neuer Möglichkeiten der Zusammenarbeit
Moderation von Retrospektiven, Lessons Learned oder Strategie-Workshops
Begleitung von Trennungsprozessen
Wenn Mitarbeiter entlassen werden müssen, muss man auch diesen Vorgang als Arbeitgeber fair und respektvoll gestalten.
Offboarding-Coaching (z. B. „Wie gehe ich gestärkt aus dieser Trennung hervor?“)
Outplacement-Angeboten (Begleitung bei beruflicher Neuorientierung)
Oder: Wie man mit krisenbedingten Neuausrichtungen zurecht kommt, ohne den Verstand zu verlieren.
Teil 1: Die Mitarbeitenden
In den letzten Jahren ist in der Schweiz eine Zunahme an Restrukturierungen und Insolvenzen zu beobachten. Der Druck auf Unternehmen steigt und darauf müssen sie reagieren. Und das hat Konsequenzen für viele von uns. Ich ertappe mich dabei, Freunde, die ich länger nicht gesehen habe, beim Wiedersehen zu fragen: „Na? Auch gerade am restrukturieren?“ Oft genug ist die Antwort ein knirschendes Ja.
Restrukturierungen sind tiefgreifende Veränderungen in Unternehmen, die notwendig werden, wenn bestehende Strukturen, Geschäftsmodelle, oder finanzielle Rahmenbedingungen nicht mehr tragfähig sind. Häufig entstehen sie als Folge von wirtschaftlichem Druck. Ziel einer Restrukturierung ist es, das Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig zu halten. Dazu können verschiedene Massnahmen getroffen werden: Strukturelle Anpassungen, Kostenabbau, Fokus auf profitable Geschäftsbereiche, oder auch eine komplette strategische Neuausrichtung.
Obwohl Restrukturierungen im besten Fall die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens sichern können, können sie für die Mitarbeitenden ausserordentlich belastend sein.
Was macht das mit mir?
Eine Restrukturierung führt meist zu einer Veränderung der Arbeitssituation. Vielleicht verändert sich deine Rolle im Unternehmen, dein Team, oder ihr habt auf einmal merklich mehr Arbeit auf dem Tisch. Wenn Stellen gestrichen, aber Aufgaben nicht angepasst werden, kommt es zu einer erhöhten Arbeitsbelastung für die verbleibenden Mitarbeiter. Gleichzeitig können diese unter einer Art von Survivor’s Guilt leiden, wenn sie im Unternehmen verbleiben, während ihre Kollegen entlassen werden. Vielleicht gibt es neue Aufgaben, Vorgesetzte, oder Arbeitsmethoden bei gleichzeitig unklaren Erwartungen. Möglicherweise ist eine Umschulung nötig, oder eine funktionale oder geografische Versetzung. Die meisten Menschen reagieren darauf mit einem Gefühl von Kontrollverlust.
Standortbestimmung
Kontrollverlust führt zu Stress, Unsicherheit, und Orientierungslosigkeit. Diese Empfindungen sind normal und valide. Aber was fangen wir nun damit an?
Am Besten erst einmal eine Standortbestimmung. Dazu brauchst du nicht viel, einen Stift und Papier. Nun stellst du dir drei Fragen:
Wo stehe ich gerade?
Nimm‘ Dir ein paar Minuten Zeit und reflektiere deine aktuelle berufliche Situation. Schreibe 5 Stichworte auf, die deine momentane Lage beschreiben.
Zum Beispiel:
Ich bin überfordert
Wohin geht die Reise?
Sinn??
Ich will mein Team nicht verlieren
Unsicher, wie es weitergeht
Was gibt mir Energie und was raubt mir Energie?
Nun teile einen Zettel in zwei Spalten: Links: Was stärkt mich im Alltag? Rechts: Was entzieht mir Kraft?
Zum Beispiel:
Was stärkt mich im Alltag?
Was entzieht mir Kraft?
Austausch mit den Kolleg:innen
Unklare Zielsetzungen
Erfolgserlebnisse
Zu viele Meetings
Fokuszeiten
Gerüchteküche
Was brauche ich und was ist mein nächster Schritt?
Stelle dir diese zwei Fragen: 1. Was wünsche ich mir kurz- und mittelfristig? 2. Was kann ich tun, um dorthin zu kommen?
Schreib‘ nur einen konkreten nächsten Schritt auf, der dir hilft, Klarheit zu finden oder eine Veränderung zu schaffen. Dieser Schritt muss klein und realistisch durchführbar sein! Baby steps!
Zum Beispiel:
Ich nehme mir morgen abend 30 Minuten Zeit, um meine beruflichen Ziele aufzuschreiben.
Ich rede mit der Teamleitung über meine Rolle im aktuellen Projekt.
Ich aktualisiere mein LinkedIn-Profil.
Ich melde mich für ein internes Weiterbildungsangebot an.
So eine Standortbestimmung kannst du alle paar Monate wiederholen. Am besten machst du das schriftlich, dadurch wirst du dir gegenüber verbindlich.
Abgedroschen: Krise als Chance
Dennoch kann Wandel tatsächlich zur Chance werden, wenn sich neue Perspektiven auftun oder der Impuls zur beruflichen Neuorientierung gegeben wird. Besonders Menschen mit hoher Veränderungskompetenz, Weiterbildungsbereitschaft, und einem guten Netzwerk können in dieser Situation sogar profitieren.
Wenn du als Mitarbeiter:in in einer Restrukturierung Hilfe brauchst, bitte such‘ sie Dir. Es gibt verschiedene Angebote, die in Frage kommen, zum Beispiel…
Klassisch: Individuelles Coaching
Ein 1:1-Coaching, eine Kurzzeitintervention, oder ein Reflexionsgespräch hilft dir beim Umgang mit Unsicherheit, Orientierungslosigkeit, oder Überforderung.
Mögliche Themen:
Erweiterung der persönlichen Standortbestimmung
Stärkung von Resilienz, Selbstwirksamkeit, und Selbstvertrauen
Arbeit mit Ängsten, Abschied, Wut, oder Schuldgefühlen
Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche
Progressiv: Workshops und Gruppenformate
Workshops und Gruppenformate, besonders in Kombination mit kreativen Methoden wie z. B. Lego® Serious Play® erleichtern euch den Austausch im Team, fördern die emotionale Entlastung, und das kollektive Lernen.
Mögliche Themen:
Sicher durch den Wandel (Resilienz)
Stärken erkennen und nutzen (Ressourcenaktivierung)
Das Konzept der „Enoughness“ oder des „Genug-Seins“ ist ein philosophischer und psychologischer Ansatz, der sich mit der Idee befasst, dass wir als Menschen bereits genug sind, so wie wir sind. Dies steht im Kontrast zu unserer leistungsgetriebenen Kultur, in der wir ständig versuchen, mehr zu sein, zu haben, oder zu leisten. Höher, weiter, besser…immer mehr eben.
Im Kern geht es bei Enoughness um Selbstakzeptanz und Selbstwert, und um das Gefühl „Ich bin genug und zwar genau jetzt und genau so wie ich bin.“ Wir müssen nicht immer etwas leisten oder verändern.
Es ist eine direkte Gegenbewegung zum aktuellen Mangeldenken. Unsere heutige Gesellschaft ist geprägt vom Nicht-Genug-Sein: Nicht reich genug, nicht schlau genug, nicht produktiv genug, nicht angepasst genug, nicht erfolgreich genug. Doch wer sich ständig fragt, ob er oder sie genug ist, verzettelt sich. Enoughness ist die bewusste Entscheidung, sich von diesem Narrativ abzugrenzen und schafft die Grundlage für Klarheit und bessere Entscheidungen.
Genügsamkeit im Alltag ist direkt auf Konsum und Lebensstil anwendbar, wenn wir uns die Frage stellen: Wann ist eigentlich genug? Brauche ich das oder lasse ich mich gerade von einer Illusion von Mangel verführen? In einer Welt voller Optionen hilft uns diese Haltung das Wesentliche zu erkennen und aus der Fülle gezielt zu wählen, statt allem, was uns angepriesen wird, hinterherzulaufen.
Mensch und Mangel
Viele Menschen empfinden heutzutage ein diffuses Gefühl des Mangels. Oft verdeckt dieses Gefühl des eigenen Nichtgenügens, welches sich als Mangel tarnt, eine tiefer liegende Geschichte. Diese Geschichte enthält unsere individuellen Erwartungen, Prägungen, Glaubenssätze, die inneren Antreiber und kollektiven Ideale, die uns sagen, wie wir zu sein haben.
Mein Coachingangebot lädt dazu ein, innere Klarheit zu erlangen, statt dich in äusseren Ansprüchen zu verlieren. Enoughness ist dabei nicht der Endpunkt einer Reise, sondern ein Zwischenstopp: Wer sich selbst als genug wahrnimmt, dem fällt es leichter zu unterscheiden zwischen dem wirklich wichtigen Dingen und der Illusion. Im Coaching arbeiten wir nicht daran, dich zu „verbessern“, sondern daran, dich dabei zu unterstützen, wieder in Kontakt zu kommen mit deinem eigenen inneren Mass.
Teams, die permanent in Bewegung sind und nicht innehalten, verlieren leicht den Fokus und den Blick auf das Wesentliche. Genug zu sein als Team und als Organisationseinheit bedeutet nicht, jeglichen Ehrgeiz abzulegen, sondern Raum zu schaffen für Wirksamkeit. Enoughness in Teams ist die Kunst, Leistungen anzuerkennen und sich bewusst für die Richtung zu entscheiden, in die man gemeinsam weitergehen möchte.
Teams müssen nicht perfekt funktionieren, um wirksam zu sein. Sie benötigen aber psychologische Sicherheit, also ein Klima, in dem Menschen offen und ohne Angst sprechen können, wo Fragen erlaubt sind und wo Fehler Lernmomente sein dürfen – und wo niemand das Gefühl hat, sich beweisen zu müssen, um dazuzugehören.
Psychologische Sicherheit schafft Raum für Teamentwicklung. Sie ist die Grundlage dafür, dass sich Menschen zeigen, Verantwortung übernehmen, und Neues wagen. Und sie ist eng verbunden mit der Haltung „wir sind genug“, um gemeinsam zu wachsen.
Ein gutes Werkzeug auf diesem Weg ist die gemeinsame Reflexion: Das Team hält als Ganzes inne und tritt einen Schritt zurück, schaut gemeinsam auf Kommunikation, Zusammenarbeit, Ziele und Ergebnisse. Was funktioniert? Was bremst uns? Was brauchen wir und was brauchen wir nicht?
Wenn ihr diese Fragen in eurem Team weiterdenken möchtet, begleite ich euch gerne dabei:
Aus dem Buch von Samantha Cristoforetti, das sich während meiner Reise ans Ende der Welt gelesen habe, stammt der Satz:
„Für mich verbindet sich Leichtigkeit mit Präzision und Bestimmtheit, nicht mit Vagheit oder Vertrauen auf den Zufall. Wie Paul Valéry gesagt hat: »Es gilt leicht zu sein wie ein Vogel, nicht wie eine Feder.« (Italo Calvino, Amerikanische Vorlesungen.)
Wir stellen uns Leichtigkeit oft als etwas Zufälliges vor, wie ein Geschenk an einem guten Tag, an dem auf einmal alles mühelos erscheint. Aber echte Leichtigkeit ist etwas anderes: Sie ist das Ergebnis von Training, Präzision, und bewusster Entscheidung.
Der Vogel nutzt den Wind, aber er überlässt sich ihm nicht. Er fühlt, richtet seinen Körper im Wind aus, wählt den Moment zum Abflug, steuert. Die Feder dagegen, die wird getrieben – ohne Ziel, ohne Richtung, ohne irgendeinen Einfluss.
Diese Unterscheidung regt mich zum Nachdenken an, besonders, wenn ich mich an Situationen erinnere, in denen ich diese echte Leichtigkeit spüre: Auf einem Boot bei einem schwierigen Manöver – wenn nach Stunden des Trainings jeder Handgriff sitzt. Beim Schreiben, wenn sich Gedanken zu einer Geschichte formen – weil ich ihnen den Raum gegeben habe, den sie benötigen. Oder auch im Coaching, wenn im richtigen Moment die passende Frage kommt und der richtige Impuls entsteht – nicht zufällig, sondern durch gute Vorbereitung und Aufmerksamkeit in jedem Moment.
Leichtigkeit ist dann nicht das Gegenteil von Anstrengung, sondern eine Qualität, die durch Konzentration und Hingabe entsteht. Durch das Vertrauen auf Erfahrung und Intuition.
Vielleicht brauchen wir heute mehr von dieser Art Leichtigkeit im Leben, im Arbeiten, im Miteinander. Weniger Treibenlassen, mehr bewusstes Fliegen.
Wann hast du zuletzt diese echte Leichtigkeit gespürt?
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In diesem grossartigen Video erklärt David Hillmer, Geschäftsführer bei HelloAgile, die Methode in nur zwei Minuten – natürlich mit LEGO® Serious Play®!
Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, kontaktieren Sie mich gerne und unverbindlich: