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Robert Greene und unsere Einzigartigkeit

Das, was dich anders macht, ist deine grösste Stärke –
Die kleine Inspiration zur Wochenmitte.

Robert Greenes Zitat ermutigt uns dazu, uns selbst treu zu bleiben, auch (oder gerade) wenn wir uns anders fühlen. Denn in unserer Einzigartigkeit liegt ein grosses Potenzial für die persönliche Entwicklung.

Wenn Greene hier darüber spricht, was uns „seltsam“ oder „merkwürdig“ macht, dann meint er unsere einzigartigen Eigenschaften und Verhaltensweisen, die möglicherweise nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen. Sie können als exzentrisch oder eigenartig wahrgenommen werden und werden manchmal vielleicht auch negativ konnotiert.

Doch gerade diese kleinen und grossen Unterschiede, die uns voneinander abheben, sind keine Schwächen, sondern Quellen unserer Kraft, Kreativität und Originalität. Nicht zuletzt ist Vielfalt auch die Basis einer gesunden Gesellschaft.

Besser also, man findet seine Stärke in der eigenen Individualität, anstatt sich ständig anzupassen. Salvador Dalis surreale Kunst zum Beispiel ist deshalb so einzigartig, weil er seine Individualität akzeptierte. Zelebrieren wir also einmal unsere Eigenheiten, anstatt uns dem anzupassen, was als „normal“ gilt.

Ausserdem: Wer definiert überhaupt „normal“?

Einzigartigkeit akzeptieren und annehmen

Manche Menschen kommen zu mir ins Coaching, weil sie sich permanent verstellen und anpassen, oder auch weil sie unsicher sind, ob sie so wie sie sind, als „richtig“ oder „gut genug“ wahrgenommen werden. Diese Art zu denken und zu leben ist sehr anstrengend, geht an die Substanz, und ist nicht nachhaltig.

Ein gutes Coaching hilft dabei, die eigenen sogenannten „Macken“ nicht länger als Makel, sondern als Stärke zu sehen und als Ressource zu erkennen und zu nutzen.

Authentizität als persönliche Kraftquelle nutzen

Im Coaching finden wir heraus, wer du jenseits von Erwartungen, Rollenbildern, und Glaubenssätzen wirklich bist. Wenn du dich mit dem verbinden kannst, was dich wirklich ausmacht, führt das zu mehr Klarheit, einer verbesserten inneren Stabilität und erleichtert es dir, einem authentischen Lebensweg zu gestalten.

Einzigartigkeit in eine neue Wirksamkeit transformieren

Was im Alltag als Macke oder Makel erlebt wird, kann im Coachingprozess die Eintrittskarte für deine persönliche Entwicklung sein.

Zum Beispiel:

  • Eine besonders empfindsame Person lernt, ihre hohe Empathie als gefragte Stärke in einem multikulturellen, multinationalen Team einzusetzen.
  • Eine kreativ-chaotische Denkerin erkennt, dass ihre unkonventionellen Ideen besonders gebraucht werden, wenn sich ein laufendes Projekt festgefahren hat.
  • Ein Mensch mit einer aussergewöhnlichen Biografie nutzt diese Vielfalt an Erfahrungen, um anderen Menschen alternative Wege aufzuzeigen.

Wachstum beginnt, wenn wir aufhören, uns zu verstecken. Gutes Coaching fördert die Akzeptanz der eigenen Besonderheiten, nicht um besser zu funktionieren, sondern um aus dem Vollen zu leben.


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Kooperation Kunst Wissenschaftskommunikation

Mit Pinsel und Pinzette

Wissenschaft und Kunst werden oft als Gegensätze verstanden: Rational gegen emotional, die objektive gegen die subjektive Wahrnehmung. Doch in Wahrheit suchen sowohl Wissenschaft als auch Kunst nach Erfahrung und Erkenntnis des Lebens und der Welt, in der wir leben. Die Wissenschaft tut dies durch Messungen und Modellierungen, die Kunst durch Imagination und Deutung. Für mich ist das kein Gegensatz.

Und ich bin der Ansicht, wir brauchen beides. Wir befinden uns 2025 in einer Zeit der komplexen Veränderungen und der globalen Krisen. Wir benötigen einen verständigen Zugang zur unserer Welt, den Kunst und Wissenschaft gemeinsam schaffen können.

Das Grosse im Kleinen

Wenn ich in ein Mikroskop sehe, betrachte ich auch nach mehr als 20 Berufsjahren mit Staunen und Freude die biologischen Prozesse in unseren Zellen. Ich sehe Strukturen, Muster, und Vorgänge, die mich in ihrer Eleganz und Ästhetik immer noch faszinieren. Das Spiel von Formen und Funktionen ist für mich nicht nur Wissenschaft, sondern auch Kunst. In dieser Schnittstelle liegt etwas Magisches.

Als Zellbiologin liebe ich das Werk von Ernst Haeckel. Ich bin überzeugt, dass Kunst und Wissenschaft einander nicht nur berühren, sondern sich gegenseitig inspirieren.

Die Ästhetik des Lebens

Ernst Haeckel war Zoologe, Philosoph, Zeichner, Freidenker, Lehrer…und immer auch ein Grenzgänger. Sein Werk Kunstformen der Natur zeigt mikroskopisch kleine Lebewesen in einer erstaunlichen Kombination aus wissenschaftlicher Präzision und künstlerischem Ausdruck: Das „Kaleidoskop der Artenvielfalt“, filigran gezeichnet und symmetrisch komponiert.

Seine Illustrationen beeinflussten nicht nur die Wissenschaft, sondern auch den Jugendstil. Architekten und Designer wie Antoni Gaudí oder René Binet liessen sich von seinen Formen inspirieren.

Auch für mich sind Haeckels Zeichnungen nach wie vor mehr als wissenschaftliche Abbildungen, sie sind eine Einladung zum Staunen und zur Erkenntnis des Wertes allen Lebens.

Ein grünes Kaninchen

Ein persönlicher Brückenschlag zwischen Kunst und Wissenschaft entstand wohl während meiner Diplomarbeit an der Universität Freiburg im Breisgau. Ich arbeitete damals mit GFP, dem grün fluoreszierenden Protein, das zu dieser Zeit ganz neu in der Forschung war. GFP hat die Zell- und Molekularbiologie revolutioniert, weil es ermöglicht, lebende Zellen und ihre Prozesse in Echtzeit sichtbar zu machen, ohne sie zu beschädigen. Durch das Anheften von GFP an Proteine können wir Forschenden beobachten, wo sich diese in der Zelle befinden und wie sie sich verändern. Das war ein entscheidender Fortschritt für das Verständnis zellulärer Mechanismen und in der Folge für die Entwicklung neuer Medikamente und Therapien.

Gleichzeitig entstanden durch die neue Technologie fotografische Aufnahmen vom Inneren lebender Zellen, die eine ganz neue Ästhetik in der Biologie begründeten. Beispiele dafür finden sich u.a. auf der Seite Deepgreen, einem Projekt, an dem ich auch einst mitwirken durfte.

Ein passendes Symbol für diese neue Sichtweise fand ich daher in Eduardo Kacs “GFP Bunny”: Alba war ein weisses Kaninchen, das unter UV-Licht grün leuchtete. Ein Bild dieses Tieres ziert die zweite Seite meiner Diplomarbeit. Für manche war es ein Skandal, für mich ein logischer Ausdruck dessen, was wissenschaftlich und kulturell zu dieser Zeit geschah: Das Unsichtbare wurde sichtbar gemacht und der Diskurs über Kunst, Wissenschaft, und Ethik geöffnet.

Wissenschaft inspiriert Kunst und Kunst inspiriert Wissenschaft

Alba ist nur eines von vielen Beispielen, in denen sich Kunst sich aus der Wissenschaft entwickelt. Anna Dumitriu zum Beispiel arbeitet mit biodigitalen Installationen. Ihre BioArt bewegt sich zwischen Laborbank und Galerie. Die Bionische Architektur nimmt sich die Natur zum Vorbild: Das Eastgate Centre in Simbabwe etwa basiert auf dem Belüftungsprinzip von Termitenhügeln.

Auch Daten selbst werden zu Kunst: In der Data Art entstehen aus Genomsequenzen, Klimamodellen oder zellulären Prozessen visuelle Werke, die informieren und gleichzeitig berühren.

Andersherum bereichert Kunst die Wissenschaft, inbesondere in der Wissenschaftskommunikation. Visual Storytelling, Infografiken, Kunstinstallationen, oder Performances helfen uns dabei, komplexe Inhalte für alle greifbar zu machen. Sie erzeugen Emotionen, schaffen Verbindung und laden zur Auseinandersetzung mit schwierigen Themen ein.

PlanktonArt: Wissenschaft erleben durch Farbe und Form

Diese Verbindung von Kunst und Wissenschaft lebt auch in meinem Projekt PlanktonArt. In meinen Workshops für Kinder und Erwachsene bringen wir mikroskopisch kleine Lebewesen gross raus. Wir lassen uns von den wundersamen Formen des Planktons inspirieren, gestalten farbenfrohe Hintergründe, und experimentieren mit Linien, Symmetrien, Kontrasten, und der Schönheit des Zufalls.

Die künstlerische Umsetzung wird je nach Alter und Erfahrung der Teilnehmenden mal einfacher, mal herausfordernder, aber immer erfahrbar gestaltet. Ziel ist es nicht nur, das Leben in einem Wassertropfen zu malen, sondern es als Teil unserer Welt wahrzunehmen und zu verstehen. So entsteht aus der wissenschaftlichen Beobachtung der künstlerische Ausdruck und umgekehrt.

Diese Workshops machen Wissenschaft kreativ erfahrbar. Sie sind eine Einladung zum Staunen, zum Lernen, und zum Erkennen: Die Welt ist voller Kunstwerke, wenn wir genau hinsehen. Die Schönheit der Natur ist im Kleinsten erfahrbar.

PlanktonArt: Eine Einladung

Wenn ich in ein Mikroskop schaue, sehe ich nicht nur Zellen, ich sehe Ideen. Und wenn ich Workshops gebe oder selbst male, dann sehe ich wie die Faszination der Wissenschaft erfahrbar wird.

PlanktonArt ist meine Einladung, Wissenschaft auf neue Weise zu erleben – in Farbe, Form, und durch das eigene Tun. Ob als Workshop für Schulen, Museen, Veranstaltungen, oder als Beitrag zur Wissenschaftskommunikation, ich freue mich über Anfragen, Kooperationen, und interessierte Mitreisende in eine Welt zwischen Forschung und Fantasie.

Neugierig geworden? Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten oder einen Workshop für Kinder oder Erwachsene buchen möchten, kontaktieren Sie mich gerne und unverbindlich:


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