(„Do you Yahoo?“ war ein Werbeslogan von Yahoo aus den späten 90ern)
Ja, ich benutze immer noch meine Yahoo-Adresse.
Und ja, sie funktioniert ausgezeichnet.
Wirklich, Yahoo. Um Himmels Willen.

Ich bin Generation X. Ende der 90er Jahre studierte ich an der Universität Freiburg. Das „World Wide Web“ war zu diesem Zeitpunkt eine eher kleine Welt, wir nutzten Netscape und Altavista, Webseiten bauten sich Zeile für Zeile auf, und wenn Jemand im Haus telefonieren wollte, flog man aus dem Internet.
Das Einwahlgeräusch des 56K-Modems wurde zum Soundtrack einer Generation:
eMails waren Abenteuer. Kommunikation wurde plötzlich digital und global: Zum ersten Mal konnte man jemandem auf einem anderen Kontinent schreiben, und die Nachricht kam (meistens) innerhalb weniger Minuten an. Das war eigentlich unfassbar!
Vorher schrieb man Briefe (manchmal inklusive frankiertem Rückumschlag), sendete Postkarten, schickte Faxe, oder telefonierte teuer über Festnetz. Im Vergleich dazu war eMail fast wie Zauberei.
Niemand von uns hatte damit Erfahrung. Alles war Neuland und wir entdeckten es Schritt für Schritt. Wir spürten, dass sich unsere Art zu kommunizieren gerade für immer veränderte. Wir waren Teil von etwas Neuem und sahen, wie hinter der uns bekannten Welt eine weitere, virtuelle Welt entstand.
Gleichzeitig waren eMails technisch heikel und die Server kapriziös: Manchmal kam ein Mail erst nach mehreren Tagen an, oder doppelt, oder auch gar nicht. Anhänge waren etwas für die ganz Mutigen.

Mein damaliger Freund riet mir, keinesfalls einen Punkt zwischen Vor- und Nachnamen in der eMailadresse zu setzen. Sonderzeichen, Leerzeichen, Punkte, etc. verwirrten die Server. Das machte man lieber nicht.
Ich hab auf ihn gehört und meine eMailadresse aus Studentenzeiten mit dem typischen Unterstrich verwende ich bis heute. Meine Yahoo-Adresse ist Teil meiner Geschichte und ein Stück Zeitgeschichte noch dazu: Eine Erinnerung an den Anfang der Digitalisierung.
Nicht alles, was alt ist, muss man ersetzen. Manche Dinge darf man behalten. Auch weil sie erzählen, woher man kommt.
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