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„Safe Space“ oder „Safer Space“?

In vielen Kontexten, insbesondere in queeren, antirassistischen, oder feministischen Räumen, ist von „Safer Spaces“ die Rede. Warum wir nicht einfach von „Safe Spaces“ sprechen, dafür gibt es einen einfachen Grund:

Ein Safe Space wird gemeinhin als ein Ort verstanden, an dem Menschen sich vollkommen frei, sicher, und geschützt fühlen können und keine Angst vor Abwertung, Diskriminierung, oder Gewalt haben müssen.
Das klingt sehr gut, es ist aber kaum realistisch: Sicherheit ist eine individuelle Wahrnehmung, und keine Gruppe, kein Raum, keine Struktur ist gänzlich frei von Machtgefällen oder unbeabsichtigten Mikroaggressionen, von unreflektierter Sprache oder blinden Flecken. Das gilt insbesondere für heterogene Gruppen.

Deshalb sprechen wir lieber von einem Safer Space. Das ist ein Raum, in dem wir uns aktiv um Sicherheit bemühen, in dem wir Diskriminierungserfahrungen reflektieren, unsere Fehler anerkennen und daraus lernen, und gemeinsam daran arbeiten, Zugehörigkeit und Schutz möglich zu machen und zwar so gut es eben geht. Der Begriff ist eine Einladung zu kritischer Offenheit (ja, und dazu gehört auch eine Verletzlichkeit) statt zu einer Illusion von Perfektion.

Ein Safer Space ist also kein Versprechen, dass sich möglicherweise nicht halten lässt, sondern eine Haltung 🌈


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